Der feine Unterschied

Dezember 5, 2006 · Filed Under Gemischtes 

Vor ca. einem Jahr bekam ich mal ein Schreiben von einer amerikanischen Kanzlei, ich würde die Rechte eines ihrer Mandanten verletzen. Sie haben mich freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass ich das nicht darf und mich aufgefordert, jenes Material von meiner Webseite zu entfernen und nicht mehr zu verwenden. Ebenso ging eine Domain in ihren Besitz über.

Die ganze Kommunikation war sehr freundlich, direkt und nach 2 Wochen war das Thema für alle Parteien zufriedenstellend beendet.

Heute erhielt ich einen Anruf von einer Firma, die ein ähnliches Problem mit einem von mir verwendeten Bild hatte. Ich habe anscheinend die Rechte der Firma an dem Bild verletzt. Der feine Unterschied zu dem oben geschilderten Fall ist der, dass mir direkt mit Anwalt/Abmahnung/Kosten gedroht wurde. Ohne auch nur zu versuchen, dass Thema so aus der Welt zu schaffen.

Eigentlich hätte ich es genau andersherum erwartet. Die große böse Firma aus USA verklagt armen kleinen Blogger aus Deutschland. Aber nein, die waren sehr entgegenkommend. Die einzigen Kosten die ich hatte kamen vom Briefverkehr, Domain-Transfers und dergleichen. Keine Drohungen, kein Dollar Zeichen. Wenn ich der Company nicht hätte versprechen müssen, den Namen nicht zu nennen, würde ich sie in höchsten Tönen loben.

Mal abwarten, wie es diesmal ausgeht. in 1-2 Tagen will mich der Geschäftsführer der “Gegenseite” noch einmal anrufen, nachdem er mit seinem Anwalt gesprochen hat.

Als Zeichen meines Entgegenkommens habe ich bereits das Bild von meinem Server entfernt und google angewiesen, dass Indizieren und Speichern jeglicher Bilder in meinem Blog zu beenden.

Je nach Ausgang der Geschichte werde ich entweder alle meine Blogs auf reine TXT-Themes umstellen, oder ganz aufhören.

Update:
Ich möchte betonen, dass es hier bisher zu keiner Abmahnung gekommen ist und wir uns noch weiter telefonisch austauschen werden. Bisher kann man also noch nicht von einem Abmahnwahn sprechen.

Update 2:
Nach kurzem hin und her haben wir uns nun geeinigt und das Thema ist fast vom Tisch. Ich habe definitiv genug Lehrgeld gezahlt und werde in Zukunft einiges anders machen. Somit hat sich die Sache für beide Parteien gelohnt. Quasi.

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Comments

11 Responses to “Der feine Unterschied”

  1. Jens on Dezember 5th, 2006 3:50 pm

    Hi Markus,

    jetzt weisst Du warum ich alles mögliche an Bildern und Videos konsequent aus meinem Mainz05 Fanblog entfernt habe.

    Irgendwo im Bereich Juli – September sind noch Bilder von mir die ich mit meinem alten Fotohandy gemacht habe. Strenggenommen verstossen sie gegen die DFL Richtlinien, aber da keine Spieler darauf zu erkennen sind denke ich verletze ich kein Rechte…

    Eine Bitte: Nicht mit dem Bloggen aufhören!

    LG
    Jens

  2. Frittenmeister on Dezember 5th, 2006 6:08 pm

    auf keinen Fall aufhören! Zur Not stell wirklich um auf eine reine Text-Bloggerei, ich überlege bei mir auch bei jedem Bild ob es wenn stören könnte und leider fliegen seid einiger Zeit die meisten Bilder raus oder werden gar nicht mehr geposted. Ja wir BLogger haben es schwer….

  3. Cookie on Dezember 5th, 2006 6:21 pm

    Hi Kloeschen,

    ich würde auch vom Aufhören ersteinmal absehen. Natürlich ist sowas ärgerlich allerdings denke ich, dass es da einen anderen Ausweg gibt. Wünsche dir viel Erfolg :).

    Grüsse

  4. andi on Dezember 5th, 2006 8:22 pm

    Jaja, die Abmahner. Anscheinend sieht’s bei dir ja noch gut aus. Wenn die dich erst anrufen und mit ner Abmahnung drohen, ist das ja noch sehr sozial/human.

    Bei mir hat der Anwalt gleich ne Rechnung geschickt.

    Wünsch Dir Viel Glück, dass nix nachkommt.

  5. ebenfalls ein Blogger on Dezember 6th, 2006 12:32 pm

    Hallo,
    mich nervt dieser “Ab-wahnsinn” auch seit einiger Zeit! Langsam macht es keinen Spaß mehr, da man sich immer mehr mit irgendwelchen rechtlichen Dingen herumschlagen muss, ohne wirklich irgendetwas oder jemanden verletzten zu wollen.
    Grüße vom Blogger

  6. Jochen on Dezember 6th, 2006 1:08 pm

    Ich hab bei mir auch vor einiger Zeit alles Bild- und Videomaterial entfernt, als fanfaktor.de mit der DFL Probleme bekommen hatte. Auch ich hatte damals kurz mit dem Gedanken gespielt das Bloggen aufzugeben, habe mich jedoch dann anders entschieden, was ich dir auch empfehlen würde. Man kann ohne Probleme auf Inhalte verlinken, die auf externen Seiten stehen. Nur dann, wenn man Content selber auf der eigenen Seite veröffentlicht, wird es schwierig. Ein reiner Text-Blog ist aber immer noch besser als keiner!

  7. Tobias Eibach on Dezember 7th, 2006 5:57 pm

    Hi Markus,

    aufhören kanns eigentlich nicht sein. Wir wurden auch vor ein paar Wochen mit http://www.quiz-news.de abgemahnt. Wegen nix und wieder nix. Ich hab mich dann online erkundigt und Tipps von Seiten wie http://abmahnung.abmahnwelle.de/ befolgt und dann war es doch nicht ganz so wild …

  8. Martin on Dezember 8th, 2006 12:01 pm

    Wer fremde Bilder ohne Zustimmung veröffentlicht, darf sich nicht wundern, wenn es Ärger (=Abmahnung) gibt. Das die dabei entstehenden Kosten derjenige tragen soll, der den rechtswidrigen Zustand hergestellt hat, ist nur logisch. So ist es ja auch nur verständlich, wenn ein Ladeninhaber von einem Dieb nicht nur die gestohlene Ware sondern auch seine Unkosten (=Fangprämie) ersetzt haben will. Wer sich rechtens verhält, hat schließlich auch nichts zu befürchten.

  9. r0ssi on Dezember 8th, 2006 3:48 pm

    martin, wer solche analogien anstellt denkt wohl auch egoshooter aus pazifisten amokläufer machen. und btw ist eine fangprämie an ladendiebe nicht rechtens.

  10. Administrator on Dezember 8th, 2006 5:14 pm

    Also,

    Ich bin mir darüber bewusst, dass ich einen Fehler gemacht habe und dass ich dafür etwas bezahlen muss. Dies werde ich auch machen und wenn die Geschichte gegessen ist, werde ich meine Erfahrungen und Empfehlungen bloggen.

    Ich erhalte bereits juristische Unterstützung für die ich sehr dankbar bin. Danke an alle, die mir Tipps gegeben haben.

  11. » Fast ein Ausfall für das gute Taten Konto Blog der guten Tat: nicht jeden Tag eine gute Tat, aber oft! on Dezember 8th, 2006 9:29 pm

    [...] Durch ein paar nicht eingeplante Ausgaben hatte ich fast schon den fest eingeplanten 50er aus dem “gute Taten”-Konto einbehalten. Nach reiflicher Überlegung werde ich aber dennoch die 50 € auf das Konto verbuchen, schließlich können die Patienten nichts für meine Dummheit. [...]

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