Wordpress Umzug auf einen neuen Server
Angeregt durch einen Beitrag von Rene ( Server-Hack: Die schreckliche Server-Geschichte – featuring Linux, Hacker, ProbloggerWorld, PC, Laptop, Frankfurt, Zürich und die bizarre Verkettung sonderbarer Zufälle ) habe ich mich endlich dazu entschlossen alle meine Webseiten auf meinen neuen managed Server umzuziehen. Der “alte” Server ist zwar auch nicht so schwachbrüstig, allerdings obliegt er lediglich meinen administrativen Fähigkeiten. Diese sind zwar auch nicht zu verachten, aber ich habe eben nicht die Zeit ihn 24/7 zu überwachen.
Und ehrlich gesagt hätte ich auch in der Zwischenzeit mal das ein oder andere Update machen müssen.
Somit habe ich also gestern “mal eben” den Server-Umzug gemacht. Backups hatte ich ja bereits ( hat man ja immer ), da war der Rest auch recht schnell gemacht. Auf den neuen Server habe ich wordpress neu aufgespielt, die Config schon bereits im Vorfeld ordentlich angepasst ( die Datenbank Zugangsdaten haben sich geändert ) und das Theme und die benutzten Plugins in der aktuellsten Version hochgeladen. Zeitaufwand ca. 10 Minuten.
Dann habe ich einen Datenbankabzug erstellt. Da ich auf meinem alten Server nur lokale MySQL Zugriffe erlaube, habe ich die Verbindung zu der Datenbank per SSH getunnelt. Dazu kann ich nur Navicat ( keinn Aff-Link! ) empfehlen. Die 30 Tage Trialversion reicht ja aus für einen Umzug…
So konnte ich die Datenbank über meinen Mac übertragen ( geht auch mit Windows! ) . Sprich: erst einmal einen Datenbank-Dump abziehen und ihn dann in die neue Datenbank aufspielen. Kinderleicht und ca. 5 Minuten gedauert. Bei größeren Blogs könnte da natürlich etwas mehr Zeit für drauf gehen.
Um den Erfolg erstmal heimlich zu testen habe ich in meiner lokalen Host Datei ( /etc/hosts resp. c:\Windows\system32/drivers/etc/hosts ) die domain mit meiner neuen IP verküpft. Da muss dann so ein Eintrag rein:
192.168.2.1 www.neue-domain.de neue-domain.de
wobei natürlich IP und Domain anzupassen sind ;)
Dann konnte ich bereits auf dem neuen Server alles ausprobieren. Die Plugins überprüft, die Permalinks aktualisiert ( damit die .htaccess neu geschrieben wird ) und einen Testbeitrag geschrieben. Da ich hier nur wenig Plugins einsetze ging alles flüssig und ohne weiter Umstellungen. Die sicherste Variante wäre es sicherlich vor dem DB-Abzug alle Plugins zu deaktivieren, um sie dann auf dem neuen Server einzeln wieder zu aktivieren.
Nun war ich zufrieden und habe auf meinem DNS-Server die Einstellungen für die Domain geändert. Dazu habe ich bei meinem Domain-Verwalter einfach die neue IP Adresse für die Domain angegeben und gewartet. Je nach Provider kann das innerhalb weniger Minuten bis hin zu mehreren Tagen dauern. Bei mir ging es innerhalb von wenigen Minuten. Allerdings dauert es etwas, bis sich alle DNS-Server auf die neue IP-Adresse einlassen.
Hier nochmal Schritt für Schritt:
- neues Wordpress auf dem neuen Server aufspielen
- wp-config.php mit den neuen Daten anpassen
- aktuelles Theme und aktuelle Plugins auf den neuen Server aufspielen
- Optional: auf dem alten Server alle Plugins deaktivieren und Standard Theme aktivieren
- Datenbank Abzug vom alten Server ( Navicat )
- Optional: auf dem alten Server alle Plugins wieder aktivieren und Lieblings Theme aktivieren
- Datenbank auf den neuen Server aufspielen ( Navicat )
- lokale hosts Datei anpassen
- Neuen Server testen ( ggf. Theme und Plugins aktivieren ), Permalinks aktualisieren
- Info-Beitrag für die User schreiben
- Änderungen am DNS, damit die neue IP aufgelöst wird
- Ausführlichen Beitrag für die Besucher schreiben ;)
Alles in allem war ich wiedermal erstaunt, wie einfach sowas geht. Da man den neuen Server ordentlich testen kann, bevor man die Welt drauf loslässt, kann eigentlich auch nicht viel passieren. Und wenn doch, kann man immer noch wieder auf den alten Server zurückfallen. Eine runde Sache also.
Mein neuer Server ist da
Man glaubt es kaum. Vor rund einer Woche hat mein bisheriger Provider ( Alturo ) alle Verträge zum 01.10.2006 gekündigt. Ist OK, dürfen die…
Ich musste also was neues finden. Die Frage war: Shared oder Dediziert?
Nach einigem hin und her war recht schnell klar, dass es für mich besser ist, einen echten dedizierten Server zu nehmen. Ich war sogar schon kurz davor, mir einen ManagedServer zu nehmen, aber ich will es erstmal selbst versuchen. Hat ja bisher auch ganz gut geklappt.
Allerdings bleibt da noch das Problem mit den ganzen Domains. Gerade erst hatte ich den Jahresbeitrag an Alturo bezahlt, schon kündigen die und ich muss umziehen. Da dann wieder Jahresbeitrag und dann wieder Kündigung? Nein danke!
Also habe ich mich mal was informiert. Jetzt organisiere ich meine Domains selbst. Ich habe mich zum Test mal bei united Domains und eDNS angemeldet ( kostenlos ) und da Domains registriert. Ging super schnell und ich habe volle Gewalt über die Domains.
Der unbeschreibliche Vorteil ist ganz einfach. Wenn mal irgendwas ist, kann ich selbständig innerhalb von Minuten alle meine Domains auf einen anderen Server umziehen oder kurzfristig ( z.B. zur Wartung ) auf einen freien Webspace umlenken.
Bei einem erneuten Umzug kann ich in Ruhe den neuen Server einrichten und dann mitten in der Nacht einfach im DNS-Server die neue IP-Adresse eintragen. Zack, schon ist der neue Server aktiv und keiner hat’s gemerkt ;)
Aber es hat auch Nachteile: Man ist für alles selbst verantwortlich. Aber bevor ich einen eigenen Mailserver einrichte, werde ich mir wohl für 10€ im Jahr einen bei united Domains einrichten lassen und dann hat sich der Spass.
Kosten? Bei hetzner kostet mich mein Server 39€ im Monat. Dazu noch 99€ Einrichtung. Ist ein Batzen Geld, aber mal ehrlich? In einem Monat habe ich ein Jahr Serverhosting finanziert…. Dafür habe ich jetzt endlich ordentlich Speicher und der Server hat nen fetten Prozessor ( 1GB / AMD Athlon 64 3700+ ). Damit sollten die Zeiten der schlechten Performance endlich ein Ende haben.
Jetzt habe ich noch ca. einen Monat Zeit den Server einzurichten und die Domains nach und nach umzuziehen. Wird bestimmt ne Menge Arbeit, aber ich freue mich darauf.

